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Rasseportrait

Der Irish Wolfhound (IW) ist der größte und stärkste Vertreter aller Windhundrassen. Ein Synonym für ihn ist u.a. die Bezeichnung „Sanfter Riese“. Er ist sehr menschbezogen, instinktsicher, oft von stoischer Gelassenheit und dennoch aufmerksam und feinfühlig. Diese Eigenschaften machen ihn deshalb auch zum ausgesprochenen Familienhund.

Der IW ist kein Hund der bedingungslos Kommandos ausführt und sollte mit konsequenter Liebe und Feingefühl aufgezogen und erzogen werden. In der Kenntnis seines ursprünglichen Verwendungszwecks ist seine Eigenständigkeit ein Rassemerkmal, das gelegentlich an Eigenwilligkeit oder Sturheit erinnert.

Aufgrund seiner Größe und anspruchsvollen Aufzucht stellt er allerdings Anforderungen (Raum, Futter, dosiertes Bewegungstraining) an seine HalterInnen. Einen Garten und regelmäßige Spaziergänge sind ein Muss.

Zeitlich strukturiert kann die Rassegeschichte in 3 große Abschnitte gegliedert werden:
  1. Sein Vorkommen und die Herausbildung hinsichtlich seiner Verwendung als Jagd- und Schutzhund und als Statussymbol im Herkunftsland. Der fast vollständige Niedergang der Rasse, die so genannte vor Captain George Augustus Graham-Ära.
  2. Die Bemühungen engagierter Züchter unter der Federführung von Captain Graham bis zur Ausarbeitung eines Zuchtstandards und der Anerkennung als eigenständige Rasse.
  3. Die so genannte nach Graham-Ära bis in die Neuzeit.

I. Die vor Graham-Ära

Der Ursprung des Irish Wolfhounds geht weit zurück. In Abhängigkeit von den Quellenangaben zwischen 3000-5000 Jahren. Sehr frühe Knochenfunde in Irland und Wales belegen das Vorkommen von sehr großen Hunden schon vor der Ankunft der ersten Keltenstämme. Beim Eroberungsfeldzug der Kelten durch Europa ergaben sich auch Einflüsse auf den Urtyp die von Windhunden durchquerter, überfallender Länder (Griechenland, Türkei) herrührten (Afghanentyp, Saluki-Typ), bevor sie den nördlichsten Punkt ihrer Völkerwanderung- Irland erreichten.

Die Hunde der Kelten waren von enormer Gestalt und sie besaßen glattes als auch raues Fell in hellen und dunklen Farben. Man schrieb den Hunden menschlichen Verstand zu und sie waren in der Rangordnung nur wenig tiefer gestellt als Menschen. Es waren die Hunde der Könige und Adligen. Für einen guten Hund wurde der Preis ganzer Viehherden bezahlt.

Die Hunde wurden nicht nur für die Jagd verwendet, sondern sie zogen mit in den Krieg, um Feinde vom Pferd und Streitwagen zu ziehen. Im späten Mittelalter fand man Wolfhounds an vielen Fürstenhöfen und unzählige Sagen und Mythen rangten sich um sie. „Ailbhe“, der so schnell gewesen sein soll, dass er es schaffte innerhalb eines Tages die Provinz Leinster zu umrunden.

Die berühmte Hundemeute des König Cormac mit seinem besten Rüden“ Bran“.

Die Legende von „Gelert“, der den Sohn des Prinzen von Nord-Wales, Llewelyn, das Leben rettete, indem er einen eingedrungenen Wolf tötete und irrtümlicherweise vom Prinzen getötet wurde.

Um das Aussehen und die Zuchtpraxis des historischen Irish Wolfhounds zu veranschaulichen hier eine Beschreibung des Naturforschers David Low aus dem Werk „The breeds of the domestic animals of the British Islands” zum Zeitpunkt des Niedergangs der Rasse und dem züchterischen Beginn von Captain Graham, diese Rasse wieder neu zu beleben.

„Das Blut des älteren Greyhounds kann man in unzähligen Variationen von Hunden in allen Ländern finden. Es war eine weit verbreitete Praxis der Vorfahren, unterschiedliche Hunderassen miteinander zu verpaaren, um so das Mehr oder das Weniger in den Eigenschaften des einen auf den anderen zu übertragen. Und diese Praxis wurde bis in die heutige Zeit beibehalten. Die Vereinigung mit dem Greyhound wurde genutzt, um langsamere Hunde schneller zu machen.

In diesem Sinne wurde der Spürhund und anscheinend der alte Vorstehhund, welcher der Ursprung des Talbots und des Deerhound zu sein scheint, produziert. Dieser Hund wurde zur Jagd auf Hirsche oder Dammwild eingesetzt. Wenn ein Tier des Rudels verwundet wurde oder ihn anderweitig auf sich aufmerksam machte, separierte er es vom Rest des Rudels und verfolgte seiner Fährte mit eiserner Ausdauer. Auf gleiche Weise wurden durch die Verpaarungen des Greyhounds mit Hunden der Molossoiden–Gruppe viele dieser Varietäten produziert, welche Wolfshunde und Eberhunde genannt wurden, abgeleitet von deren spezieller Anpassung an die Verfolgungsjagd von Wolf und Keiler.

Der große Irische Wolfshound war ein Hund dieser Klasse. Er war einer der größten Hunde Europas, Schultermaß drei bis vier Fuß hoch (1 Fuß = 30,5 cm). Er näherte sich allgemein der Körperform des alten Deerhound an, aber sein Maul war breiter, sein Hals verhältnismäßig dicker, seine Brust entsprechend weiter und seine Gliedmaßen mehr bemuskelt.

Er folgt dem Wild in erster Linie mit den Augen, ergreift es in der Art der Greyhounds mit seinen langen, kraftvollen Kiefern. Er war ein Hund von erstaunlichem Mut und konnte ohne Hilfe den grimmigen Wolf zur Strecke bringen und übertrug diese instinktive Abneigung gegen dieses Tier auf seine Jungen. Diese gute Rasse ist jetzt kaum noch irgendwo zu finden. Es scheint, dass er dadurch, das man seine entsprechenden Dienste nicht mehr nutzte, allmählich seine Größe auf die andere Hunde verringerte, so dass die wenigen, die noch reinrassig vorhanden sind, nicht mit den alten Modellen in Statur und Kraft verglichen werden können.“

Zum Beginn von Grahams Bemühungen zur Wiederbelebung der Rasse gab es wahrscheinlich nur noch wenige Rassevertreter in Irland und England. Der Verlust des Verwendungszwecks (bereits 1766 gab es in Irland keine Wölfe mehr, Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in Schottland der letzte Wolf erlegt) die große Hungersnot in Irland um 1840 entzog die Nahrungsgrundlage und übermäßige Exporte (ein Dekret Cromwells von 1652 sollte dem entgegenwirken), sowie die Verarmung des Landadels hatten dem Wolfhound seiner Existenzberechtigung beraubt.

II. Die Graham-Ära/die Rettung der Rasse

Captain George Augustus Graham von Dursley, ein Schotte und zielstrebiger Liebhaber der Rasse begann 1859 (1862) mit der Restauration oder besser Wiederbelebung des Irish Wolfhounds. Er hatte bereits 1822 begonnen sich mit der Rasse zu beschäftigen und konnte auf folgenden Zuchten aufbauen.

Archibald Hamilton Rowan der über 40 Jahre mit Irish Wolfhounds zusammen lebte. Seine Hunde gingen alle auf „Oisian“ zurück, den er von Fitzpatricks bekam. „Oisian“ ist im Gemälde von Philip Reinagle festgehalten und war das Vorbild für Grahams „Standard of Excellente. Nach Rowan`s Tod übernahm Mr. Carter of Louglinstown House in Bray seine Linien und führte sie fort.

H. D. Richardson, A. W. Baker of Ballytobin Castle, Mr. Mahoney aus Dramore und Sir John Power of Kilifane züchteten ebenfalls aus diesen Linien. Höchstwahrscheinlich gab es zu dieser Zeit schon Reduktionen des Größenwuchses als Folge von Inzucht.

Graham züchtete mit einigen Tieren aus diesen Linien und kreuzte Deerhounds aus der Glengarry-Zucht ein. Diese Deerhounds waren besonders groß und kräftig, übrigens war der Unterschied zwischen den beiden Rassen in damaliger Zeit viel geringer als heute. Um mehr Substanz zu erhalten kreuzte Graham auch eine Dänische Dogge ein.

Eine Einkreuzung mit dem Tibet-Mastiff-Rüden „Adam“ gilt als umstritten. Sein Rüde „Keildar“, eine Kreuzung aus Barsoi und Deerhound gehört ebenfalls zu den Begründern des modernen Wolfhounds. Ihn findet man auch in den Stammbäumen der heutigen Deerhounds.

Nach gut 20 Jahren und erheblicher Geldsummen war Graham am Ziel. Gemeinsam mit seinem Züchterkollegen Colonel Garnier wurde 1855 der erste Rassestandard erstellt, der bis auf wenige Änderungen auch heute noch seine Gültigkeit hat.

Hunde aus Grahams Zucht bzw. Hunde die er zur Wiederherstellung nutzte waren u.a.:
„Bran“ aus der Zucht von Rowan,“ Scot“, „CH. Sheelah”,” CH. O`Leary”, “Brian II”. Beide letztgenannten finden sich wohl am Anfang vieler Ahnentafeln des heutigen IW`s. Als“ CH. Oleary“1902 starb wurde er präpariert und steht im Museum für Naturgeschichte in South Kensington, da er den Standardtyp repräsentierte.

III. nach Graham und Neuzeit

Heute ist der Irish Wolfhound ein Kosmopolit und so finden wir ihn nicht nur in seinem Herkunftsland, sondern nahezu überall auf der Welt.

In Deutschland fiel der 1. Wurf 1910 im Zwinger „von Davert“. Der zweite Wurf fiel 1912 im Zwinger „Abelbeck“, in dem 1914 auch der dritte Wurf fiel. Es folgten ganz wenige Importe. 1970 dann zwei Würfe im Zwinger „Karinacorn“ und 1971 ein Wurf im Zwinger „von Meerbusch“. Im Zwinger „vom Hause Gecco fielen 1973 und 1974 die nächsten Würfe.

Ab Mitte der 70er Jahre etablierten sich zunehmend immer mehr Zwinger und diese Entwicklung scheint sich fortzusetzen.

Der Irish Wolfhound wird vom DWZRV züchterisch und organisatorisch betreut und konnte im Jahr 2010 seinen 100sten Geburtstag begehen.

Tabelle 1: VDH-Welpenstatistik, Irish Wolfhound
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Anzahl Welpen 469 519 470 403 359 410 428 439 474 417 598

Welpen geboren (August 2017) (20.08.2017)

Wir haben Welpen Nettl`s Giants Irmchen und Dahmrak`s Hope the best.

Die Welpen wurden am 08.08.2017 geboren. Sollten Sie Interesse haben, rufen Sie uns an oder schicken Sie eine E-Mail.


Kontakt

Nettl`s Giants
Irish Wolfhoundzwinger
DWZRV-, VDH- und FCI geschützt

Zerpenschleuser Chaussee 5
16348 Wandlitz/OT Zerpenschleuse


Züchter im VDH:

VDH-Plakette 2017



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