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Artikel vom 10.11.2010

Erfahrungen

Der Züchter im Hobbybereich - Kontrollierte Zucht versus facettenreicher Vermehrung

Diese Thematik ist außerordentlich vielschichtig und vor allen Dingen emotional belegt. Die Mehrzahl der Verlautbarungen ist deshalb häufig weniger fachlich als lobbyistisch geprägt.

Zunächst ist verantwortungsvoll betriebene Zucht viel zu komplex und Ressourcen erfordernd und verbrauchend, als sie mit Hobby oder Liebhaberei zu bezeichnen. Züchten heißt in Generationen denken und Zucht ist nichts anderes als gelenkte Evolution – dem zufolge eine Lebensaufgabe.

Der Begriff des Züchters ist nach allgemeiner gesellschaftlicher Wahrnehmung nicht nur positiv belegt. Jungtiere mit Zertifikat (mit Papieren/Ahnentafeln autorisierter Zuchtverbände) werden zu Preisen angeboten, die beim Interessenten eine Gewinnerzielungsabsicht vermuten lassen. Ebenfalls angeboten wird scheinbar gleiches „Rassematerial“ zu deutlich geringeren Abgabepreisen. Dieser Preisunterschied erschließt sich den meisten Kaufinteressenten nicht.

Das Spektrum von Zuchtstätten offenbart ein heterogenes und durchaus diffuses Bild. Grundsätzlich kann man zunächst folgende „Konstruktionen“ unterscheiden.

  1. Züchter in einem Rasseverein, der dem jeweiligen Dachverband des Landes angeschlossen/ untergeordnet ist. Der Dachverband ist in der Regel wiederum Mitglied in einer internationalen Organisation.

    Beispiel: Windhunde
    Alle Windhundrassen in Deutschland werden vom „Deutschen Windhundzucht – und Rennverband“ ( DWZRV) betreut. Die Züchter, die in diesem Verband Mitglied sind, züchten nach den Regeln/Bestimmungen dieses Verbandes. Der DWZRV ist wiederum Mitglied im „Verband für das deutsche Hundewesen“ (VDH), der Dachorganisation für das Hundewesen in Deutschland. Dieser wiederum ist Mitglied in der „Federation Cynologique Internationale“ (FCI).

    Alle die Zucht bestimmenden und Ausstellungsmodalitäten sind innerhalb dieses Verbundes weitestgehend harmonisiert.

    Einige Windhundrassen (z. B. Afghanen, Irish Wolfhound, Whippet) werden von Rasseclubs betreut, die ebenfalls Mitglied im VDH sind.

  2. Züchter in Rassevereinen, in denen der entsprechende Verein nicht unter einem Dachverband - im Beispiel VDH – fungiert. Auch diese Vereine haben für ihre Mitglieder verbindliche Bestimmungen und Zuchtvorschriften. Diese liegen häufig unter den Rahmenbestimmungen des VDH.

    Die Problematik zwischen den beiden genannten „Konstruktionen“ ist die zumindest einseitig gewollte Disharmonie der Ordnungen, die eine gegenseitige Anerkennung bestimmter Leistungen ausschließt.

  3. Züchter ohne Vereinszugehörigkeit. Diese Zuchtstätten unterliegen keinen verbindlichen Regelungen. Der jeweilige Züchter bestimmt sein züchterisches Vorgehen in Eigenregie. Die züchterische Motivation für die Rasse ist (oft) nicht ausgeprägt.

Zu diesen Unterschieden die der Laie, zumindest anfänglich gar nicht wahrnimmt, kommen weitere hinzu. Er erlebt Zuchtstätten mit wenigen oder vielen Zuchttieren; Zuchtstätten mit wenigen oder vielen Nachkommen im Jahr; Zuchtstätten die nur eine Rasse oder mehrere Rassen betreuen und Zuchtstätten die sogar mehrere Tierarten züchten.

Vor Pauschalierungen jedweder Art ist zu warnen. Große Zuchten müssen nicht per se bedenklich sein und kleine Zuchtstätten mit wenigen Tieren nicht unbedingt die bevorzugte Adresse darstellen.

Wer sich zum Kauf eines neuen tierischen Familienmitgliedes entschließt, sollte nicht ohne Vorbildung auf die Suche gehen. Wesentliche Kenntnisse über Rasse und Verhalten sind notwendiges Rüstzeug. Bei den Besuchen selbst ist dann die eigene kritische Beobachtungsgabe gefordert. Welchen Eindruck machen die Tiere (zurückhaltend, scheu, ängstlich, dem Menschen zugewandt, interessiert, neugierig)? Wie ist ihr Fütterungs - und Pflegezustand und wie sind sie untergebracht? Welchen Eindruck vermittelt der Züchter? Ist er offen und allen Fragen gegenüber aufgeschlossen? Überprüft er auch die Eignung des Rasseinteressenten?

Besuchen sie unbedingt mehrere Zuchtstätten, ehe sie sich für den Kauf aus einer entscheiden!

Im Gegensatz zur Nutztierzucht ist der Begriff des Züchters in der Hobby-Zucht weniger ausbildungsfundiert. Dessen ungeachtet begegnet man einem hohen Maß an Expertise in diesem Bereich.

Zur Hilfestellung bei der Kaufentscheidung aus einer der 3 „Konstruktionen“ sei folgendes bemerkt.

Um unter der „Konstruktion 1“ züchten zu können muss man nicht nur Mitglied sein, sondern die Voraussetzungen zur Zucht (persönliche, Haltungsbedingungen) nach Überprüfung erfüllt haben. Alle Mitglieder sind an die Ordnungen des Verbandes gebunden. Das betrifft u.a. die Kör – und Zuchtordnung, die Zuchtschauordnung, die Mindesthaltungsbedingungen, die Tierschutzbestimmungen und nicht zu vergessen, die Beitrags – und Gebührenordnung. Integraler Bestandteil aller Zuchtordnungen sind die Anforderungen an Gesundheitsparameter der potentiellen Zuchttiere. Hier geht es um den Ausschluss von Erkrankungen mit genetischem Hintergrund wie z. B. Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogendysplasie, Osteochondrosis dissecaus, Spondylose, Patellaluxation, Keilwirbel, Schwerhörigkeit und Taubheit, Progressive Retinal Atrophy, … ), sowie um Anforderungen des Zuchtstandards wie Typ, Größe, Zahnstellung, Wesen).

Die Einhaltung der Bestimmungen wird kontinuierlich überprüft und die Züchter müssen ihr fachliches Rüstzeug analog einer Sachkunde nachweisen. Die Anschaffungskosten für diese Zuchtprodukte markieren den oberen Bereich der Preisskala. Der Käufer eines Jungtieres kann in der Regel davon ausgehen, das er einen typischen Rassevertreter erhält, der altersmäßig entwickelt und gesund ist.

Unter der „Konstruktion 2“ sind die Zuchtbestimmungen häufig nicht so rigide, nicht so exakt auf eine spezielle Rasse zugeschnitten, da keine Harmonisierung mit den Ordnungen eines Dachverbandes existiert. Die Qualität der Zuchtprodukte ist heterogener und weist eine grosse Streuungsbreite im unteren Bereich auf.

Die Preise für diese Tiere sind (deutlich) geringer.

Die Züchter der „Konstruktion 3“ sind nicht organisiert. Für diese Tiere erhält man keine Ab- stammungsnachweise und auch keinen Kaufvertrag. Es finden sich hier häufig Rassevertreter die nicht dem Zuchtstandard entsprechen.

Die Preise dieser Tiere liegen unter denen der Konstruktion 2.

Diese vereinfachte Darstellung zeigt im Wesentlichen und natürlich verallgemeinert, welche Rahmenbedingungen in Abhängigkeit von der „Konstruktion 1 – 3“ zu erwarten sind. Unabhängig von der späteren Verwendung des neuen Familienmitgliedes, bietet der Kauf aus der Konstruktion 1 die höchste Gewährleistung auf ein rassetypisches, gesundes und sozialisiertes Jungtier.

Den Unterschied zwischen einem Züchter und einem Vermehrer kann man an folgenden Anhaltspunkten festmachen:

Der Züchter strebt in seiner Tätigkeit nach dem Idealtyp der jeweiligen Rasse den der ZuchtStandard vorgibt. In seinen Bemühungen betreibt er eine sorgfältige Zuchtauswahl nach Typ, Wesen und Gesundheit. Er nutzt alle verfügbaren Informationen über die potentiellen Zuchtpartner ( Ahnenleistungen, Eigenleistungen, Verwandtenleistungen, Nachkommenleistungen) und verfolgt die Entwicklung „seiner“ Rasse aufmerksam und kritisch. Er stellt sich demWettbewerb auf Zuchtschauen und scheut im Allgemeinen weder Mühen noch große Kosten um die Rasse voranzubringen. Sehr oft hat die Rassezucht Priorität oder bestimmt einen wesentlichen Teil seiner Freizeitgestaltung.

In diesem Zusammenhang ist der Hinweis auf die Kooperation von Zuchtstätten zu erwähnen, die vor allen Dingen den wechselseitigen Vatertiereinsatz zum Inhalt hat. Hier muss auch die Bedeutung von großen Zuchtstätten genannt werden, die vielen kleineren den Einsatz von internationaler Genetik erst ermöglichen.

Das Handeln des Vermehrers ist klar wirtschaftlich orientiert. Vereinfacht wird das Ziel vervolgt mit dem geringsten Einsatz von Mitteln ein maximales Ergebnis zu realisieren. Das Wohl der Rasse spielt eine – wenn überhaupt – untergeordnete Rolle. Der er sich an keine Regeln halten muss, resultieren aus der einseitigen Gewinnerzielungsabsicht Nachkommen von geringer Qualität und Gesundheit. Die erschütternsten Beispiele erscheinen regelmäßig in den Medien.

Die Lebenswirklichkeit in der praktischen Zucht ist selbstverständlich nicht so klar den 3 Kategorien zuzuordnen. Es gibt zertifizierte Zuchten im unteren Qualitätssegment und auch nicht organisierte Liebhaberzuchten mit hohem züchterischen und Gesundheitsniveau. Aber hier handelt es sich in beiden Fällen um Ausnahmen.

Besonderes Augenmerk sollte der Rasseinteressent bei den so genannten Moderassen walten lassen. Der Markt (Nachfrage) bestimmt in gewisser Weise das Zuchtziel. Im organisierten Zuchtbereich ist der Wächter“ über die Rasse (Einhaltung des Standards) der Zuchtverband mit seiner Exekutive, den Zuchtrichtern. In der unkontrollierten Zucht (Vermehrung) wird nur versucht den Markt zu bedienen.


Welpen geboren (August 2017) (20.08.2017)

Wir haben Welpen Nettl`s Giants Irmchen und Dahmrak`s Hope the best.

Die Welpen wurden am 08.08.2017 geboren. Sollten Sie Interesse haben, rufen Sie uns an oder schicken Sie eine E-Mail.


Kontakt

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Zerpenschleuser Chaussee 5
16348 Wandlitz/OT Zerpenschleuse


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